Die Frauen aus dem Hause Coburg: Aus dem fränkischen Herzogtum auf die Throne Europas

  • Preis: EUR 19,90
  • Autor: Erika Bestenreiner
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • Seitenzahl: 320
  • Verlag: Piper
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Leserbewertungen:

Gute Idee sehr schlecht umgesetzt

Die Idee ein Buch über die Frauen aus dem Hause Sachsen-Coburg zu schreiben, ist eine sehr gute, hat dieses Herzoggeschlecht zwischen 1796 und 1900 doch die besten Heiraten im europäischen Hochadel gemacht. Viele schöne, kluge, leidenschaftliche und tragische Frauen gehörten zu dieser Familie und bieten reichlich Stoff für mehrere Bücher. Doch was die Autorin hier geschrieben hat ist kurz um viel Murcks! Es gibt kaum neue Erkenntnisse, es scheint mir sogar das Frau Bestenreiner das Kapitel über Charlotte von Mexico aus ihrem eigenen vorangegangenen Buch größtenteils nur abgeschrieben hat. Das "Kapitel" über Maria Antonia von Kohary ist gerade zu lächerlich, nurr eine Seite lang! Victoire, die Herzogin von Kent und Mutter von Queen Victoria bekommt ein Kapitel von immerhin 10 Seiten, die allerdings größten teils gar nicht von ihr, sondern von ihrem Bruder Leopold (ein begnadeteter Heiratsvermittler) handeln. Ganz grob wird ihr Leben angerissen, da wird fast schon mehr über Queen Victoria geschrieben als über sie, das es schon lächerlich ist. Die Kapitel über Louise von Belgien und ihre Schwester Kronprinzessin Stephanie von Österreich sind mit die längstens. Neues gibt es auch hier nicht, größtenteils werden nur Klatschgeschichten, die man schon oft gehört hat, wieder aufgewärmt.
Weshalb ich trotz schlechter Schreibweise (stellenweise erinnert der Schreibstil an eine Klaschzeitung ala Bunte usw.)und kaum neuer Erkenntnisse immerhin 2 Sterne gegeben habe, liegt letztlich daran, dass die Kapitel über Juliane (alias Großfürstin Anna von Rußland) und Maria von Rumänien (obwohl auch hier Klatsch und Realität sehr vermischt wurden) ganz annehmbar sind. Auch bietet das Buch einen Stammbaum (wenn auch ohne Daten) und eine Zeittafel. Ich kann das Buch nicht wirklich empfehlen, da Leute, die sich mit der Materie beschäftigen nicht wirklich auf was Neues stoßen. Wer sich lediglich einen groben Überblick über einige Frauen der Coburger verschaffen möchte und auch vor Klatsch und Tratsch nicht zurück schreckt, sollte auf die Taschenbuchausgabe warten, dann ist der Ärger über das rausgeschmissene Geld, wie bei mir, nicht ganz so groß.

Nur Bekanntes neu zusammengestellt

Man merkt,.dass hier keine eigenen Forschungen betrieben wurden, sondern nur auf bekannets Material zurückgegriffen wurde. So ist nur die Zusammenstellung nützlich, aber neue Erkenntnisse gewinnt man eigentlich nicht. Die Seiten über die Prinzessin Kohary sind eigentlich lächerlich. Am besten hat mir noch die Ausführungen über Prinzessin Juliane gefallen, die auch im Mittelpunkt des Buches steht. Kurz und gut: ob man es nun gelesen hat oder nicht, ist eigentlich gleich. Man wird es schnell vergessen.

Informativ für Neueinsteiger

Erika Bestenreiner stellt mit diesem Buch das Leben einiger Frauen aus dem Hause Sachsen-Coburg-Saalfeld/Gotha vor.
Vorgestellt werden Prinzessin Juliane von Sachsen-Coburg-Saalfeld, die als Großfürstin Anna Feodorowna in die russische Zarenfamilie einheiratete; Prinzessin Maria Antonia von Kohary, die durch Heirat mit Prinz Ferdinand zur Stammmutter der Linie Sachsen-Coburg-Kohary wurde; Prinzessin Viktoria, die Mutter von Königin Victoria I. von Großbritannien; Prinzessin Charlotte von Belgien, die durch Heirat mit Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich zur unglücklichen Kaiserin von Mexiko wurde; Prinzessin Louise von Belgien, durch Geburt und Heirat Prinzessin von Sachsen-Coburg-Gotha; Prinzessin Stephanie von Belgien, die durch Heirat mit Erzherzog-Thronfolger Rudolf zur Kronprinzessin von Österreich-Ungarn wurde und Prinzessin Maria, die an der Seite von Prinz Ferdinand von Hohenzollern zur Königin von Rumänien wurde.
Das Buch bietet viele Informationen über die Dynastie Sachsen-Coburg-Gotha, die in vielen Ländern die Herrscherfamilie stellt bzw. stellte (Belgien, Bulgarien, Großbritannien) oder durch eine geschickte Heiratspolitik mit vielen Dynastien verwandt ist (z.B. Frankreich [Bonaparte, Bourbon-Orleans], Portugal, Rumänien, Russland, Schweden).

Informativ - insbesonders für all jene, die sich für die Geschichte der Dynastie Sachsen-Coburg-Saalfeld/Gotha interessieren aber noch keine Einzelbiografien über die im Buch behandelnden Frauen gelesen haben. Hierfür gibt es 5 Sterne. Es bleibt aber dennoch anzumerken, dass die vorgestellten Biografien nur einen "Streifzug" darstellen.

Zum Thema empfehlende Einzel-Biografien: Erika Bestenreiner "Charlotte von Mexiko. Triumph und Tragödie einer Kaiserin"; Gerd Holler "Louise von Sachsen-Coburg. Ihr Kampf um Liebe und Glück"; Irmgard Schiel "Stephanie. Kronprinzessin im Schatten von Mayerling".

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