Leserbewertungen:
Georg Angermüller in Oberfranken
Der Lübecker Kommissar Georg Angermüller weilt anlässlich des Geburtstages seiner Mutter in seiner Heimat, dem oberfränkischen Dorf Niederengbach, als ein Mord passiert. Das Opfer ist der alte Steinlein, ein reicher, aber unbeliebter Grundbesitzer. Von drei alten Freundinnen, den Töchtern des Toten, wird Angermüller gebeten, ein paar Nachforschungen anzustellen, obwohl er eigentlich nicht dazu befugt ist.
Die sich in der Folge zwischen Angermüller und seinem örtlichen Kollegen entspinnenden kleinen Konflikte sind äußerst amüsant und spiegeln das typische Verhalten zweier Platzhirsche wider. Sehr liebevoll wird auch die Landschaft rund um Coburg dargestellt, so dass man sich die Orte des Geschehens jederzeit aufs Beste vor seinem inneren Auge vorstellen kann. Nicht zuletzt wird dem Leser ein Einblick in das Leben in einem oberfränkischen Örtchen gewährt. Die Probleme der Menschen wie z. B. die Uneinigkeit über Gefahren und Nutzen der Gentechnik oder jahrzehntelange familiäre Konflikte werden aufgegriffen, was dem Krimi ein hohes Maß an Authentizität einbringt. Daneben liegt der Fokus aber auch auf der fränkischen Lebensart und ganz speziell auf dem Kochen. Angermüllers Mutter und seine Jungendfreundinnen tischen sowohl heimische wie exotische Gerichte auf, deren Zubereitung wie gewohnt im Anhang ausführlich erläutert wird.
Das Privatleben des Kommissars rückt in diesem Band etwas in den Hintergrund, da seine Frau und die Töchter im Norden geblieben sind. Nur am Rande erfährt der Leser, was sich in der Zeit zwischen Steilufer. Angermüllers zweiter Fall und Nebelschleier in seiner Ehe ereignet hat.
Trotz all der positiven Aspekte gibt es nur vier Sterne, denn wer der Mörder ist, kann der geübte Krimileser sich schon sehr bald denken. Die Auflösung des Falles stellt dann keine Überraschung mehr dar. Dennoch ist Nebelschleier eine charmante und empfehlenswerte Lektüre.
Kommissar Angermüller auf Heimaturlaub in Oberfranken ...
*Er hatte nicht damit gerechnet, in seinem Leben - oder dem, was ihm davon geblieben war - noch einmal Derartiges erfahren zu dürfen. Ein Engel war durch seine Tür geschwebt: langes Blondhaar, ein freundliches Lächeln. Es handelte sich um einen sehr weiblichen Engel, ganz in Weiß, in kurzem Rock und eng sitzender Bluse und jung, so betörend jung. Mit geübten Händen erledigte sie ihren Job und er genoss jede ihrer Berührungen, versuchte, mehr davon zu bekommen und den Moment ihres Weggangs hinauszuzögern. Verdammt noch mal! Er war noch nicht tot! ...
Die war richtig! Nicht so eine empfindliche Kuh wie die Letzte, die sofort anfing zu schreien - als ob vor ihm noch jemand Angst haben müsste! Die hier musste unbedingt wiederkommen. Er wollte ihr das sagen, doch er brachte nur ein unverständliches Gurgeln zustande. Wie hatte sie nur vor Paolas strengen Augen bestehen können, die sonst Bewerberinnen nach Alter und Hässlichkeit auszusuchen schien? Hoffentlich bezahlte Paola sie gut genug, damit sie auch wieder kam. Schließlich hatte er Geld, viel Geld sogar. Und bald würde er noch viel mehr haben ...
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Zum Inhalt: Der Lübecker Kommissar und passionierte Feinschmecker Georg Angermüller hatte sich eigentlich anläßlich des 70. Geburtstages seiner Mutter auf ein paar entspannte Tage in seiner oberfränkischen Heimat gefreut: Goldener Oktober, lange Spaziergänge im romantischen Park von Schloss Rosenau, fränkische Küche in einem gemütlichen Gasthof - Sauerbraten, Klöße und dazu ein kühles Bier, die Karpfensaison hat auch begonnen, zum Nachtisch einen saftigen Käsekuchen ...
Doch es sollte anders kommen. Der Steinleins Bernhard lag am Tag nach seiner Ankunft tot am Grund der Felsengrotte im Park und er war nicht von allein da hinunter gefallen. Eigentlich kein Fall für Georg Angermüller, denn als schleswig-holsteinischer Kripobeamter darf er in Bayern gar nicht ermitteln. Aber was tut man nicht alles für alte Freunde!? Er wird durch drei alte Jugendfreundinnen - die Töchter des Mordopfers - unfreiwillig in den Fall hineingezogen. Gleich die erste heiße Spur schmeckt dem gaumenverwöhnten Angermüller gar nicht: Der alte Steinlein war der größte Grundbesitzer im Umkreis und wollte seine Felder angeblich einem Saatgutkonzern für Gentechnikversuche verkaufen ...
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Fazit: "Nebelschleier" ist ein in jeder Beziehung sehr gut durchdachter und geschriebener Kriminalroman, der sich nicht allein auf seine spannende Handlung konzentriert, sondern dem es zusätzlich gelingt die Eigenheiten einer Region in ihren Charakteren einzufangen.
Und natürlich (Gottseidank!) wird der Roman wie gewohnt durch höchst interessante Rezeptideen ergänzt: Rosis Zwiebelkuchen / "Schnapskuchen" nach Rezept von Johannes / Faule Hausfrauenklöße / Coburger Bratwürste mit Kraut / und viele/s andere mehr ...
Es verbleibt, in heller Vorfreude auf den vierten Fall des Georg Angermüller ...
Reinhard Busse
Der Urlaub eines "Auswanderers"
Georg Angermüller, nach Lübeck "ausgewandert" und dort als Kommissar tätig, macht wieder einmal "Heimaturlaub". Dieser Aufenthalt, den er sich sehr gemütlich vorstellt (vor allem, wenn er an das gute fränkische Essen denkt), wird schnell ungemütlich, als sich in seiner unmittelbaren Umgebung ein Mord ereignet. Das Mordopfer, ein alter, mehr oder weniger gelähmter Großgrundbesitzer, geht eigentlich niemandem ab, ganz im Gegenteil: es gibt so einige Leute, die man verdächtigen könnte, etwas "nachgeholfen" zu haben (das Opfer wurde nämlich samt seinem Rollstuhl über eine Wand in eine Felsgrotte gestürzt).
Angermüller darf offiziell nicht ermitteln; da ihn aber die 3 Töchter des Mordopfers - mehr oder weniger - darum bitten, kniet er sich in die Sache rein (und kracht prompt mit dem offiziellen Ermittler zusammen). Angermüller findet aber schnell heraus, dass da verschiedene Dinge im Gang waren: es ging u.a. um Grundstücksverkäufe an einen Konzern, der gentechnisch verändertes Saatgut ausbringen wollte...
"Nebelschleier" kommt - wie man so schön sagen könnte - auf "leisen regionalen Sohlen" daher, entpuppt sich aber schnell als ein sehr spannender Krimi mit überregionaler und aktueller Thematik. Tief muss Angermüller - ob er will oder nicht - in seine Vergangenheit in Niederengbach eintauchen. Dieses Eintauchen macht ihn ziemlich blind gegenüber alten Bekannten (vor allem weiblichen Geschlechts); letztlich löst er aber den Fall doch.
Ein Genuss: die diversen Rezepte - und der Hunger des Kommissars auf die fränkische Küche!
Angermüller erfreut sich an den Schönheiten und Delikatessen Frankens
Angermüller ist auf Urlaub in seiner Heimat und wird dort nicht allein von den fränkischen Delikatessen verführt...
Die Schatten der Vergangenheit ( selbst Queen Victoria und Prince Albert von England haben ihre Spuren am Tatort hinterlassen ) halten Angermüller und den Leser bis zur letzten Seite in Spannung, und allen, denen beim Lesen das Wasser im Munde zusammenlief, werden die Rezepte im Anhang eine besondere Freude sein: kann man doch noch genüsslich bei der Lektüre verweilen, wenn der Fall schon aufgeklärt und Angermüller wieder daheim im hohen Norden ist.
Die Rezepte reichen von herrlichen Coburger Klößen (drei verschiedene Variationen!) über echten Zwiebelkuchen und indische Curries bis zu Croquettes de Crevettes von Mauritius, und von allen hat Angermüller während der Lösung des Falles gekostet... Nachkochen dringend empfohlen. Nur wer die anderen Schönheiten des Landes selbst erfahren will, der muss einmal nach Coburg reisen. Auch das sei sehr empfohlen:
den Krimi zuvor aber lesen (oder mitnehmen und sich vor Ort daran erfreuen).
spannend, wie bereits die beiden ersten Bücher von Ella Danz
...habe nach den beiden ersten Bücher von Ella Danz auf den dritten Fall bereist gewartet und es hat sich gelohnt. Kommissar Angermüller löst seinen dritten Fall auf sehr sympatische und spannende Art in seiner oberfränkischen Heimat.Er trifft seine Jugendliebe wieder und ist eh er sich versieht, in einen Fall hineingezogen. Dabei kommt natürlich auch seine Liebe zum Essen nicht zu kurz und die Rezepte sind im Anhang zu finden.