Die Stadt - Wirtschaft und Infrastruktur

Coburg war in der Vergangenheit robust gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen des Umlandes. Obwohl die Stadt jahrzehntelang durch die Zonenrandlage während der deutschen Teilung benachteiligt war, ist sie heute eines der wirtschaftlichen Oberzentren Nordbayerns. Dieses hat die Stadt vor allem ihrer reichen Mischung verschiedener Betriebsgrößen aus unterschiedlichsten Branchen zu verdanken. Coburg ist – vor allem aufgrund der hohen Gewerbesteuerzahlungen der Versicherungsgruppe HUK-Coburg – gemessen an den Einnahmen aus Gewerbe-, Grund- und Einkommenssteuer pro Einwohner eine der drei reichsten Kommunen Deutschlands.

Statistische Daten der Wirtschaft

Die folgenden Daten stammen aus den Industriekennzahlen des Kammerbezirkes der IHK zu Coburg und dem Bayerischen Landesamt für Statistik mit einem Stand 31. Dezember 2002 beziehungsweise 30. Juni 2003:

  • 176 Betriebe hatten 24.020 Beschäftigte, die einen Gesamtumsatz von 2.870 Millionen Euro mit einer Exportquote von 37,0 % erwirtschafteten.
  • Insgesamt waren im zuständigen Bereich 28.023 Arbeitnehmer beschäftigt und 2.592 Personen arbeitslos gemeldet.

Ungefähr 46 % der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor, 35 % im produzierenden Gewerbe und 19 % im Bereich Handel und Verkehr beschäftigt. Rund 18.000 Personen pendeln täglich in die Stadt zur Arbeit, was die im Verhältnis zu anderen bayerischen Städten trotzdem relativ hohe Arbeitslosenquote erklärt. In den Behörden und öffentlichen Institutionen sind zirka 3.000 Arbeitsplätze vorhanden.

Ansässige Unternehmen

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HUK-Coburg: Verwaltungsgebäude Bahnhofsplatz

Bekanntestes Unternehmen und größter Arbeitgeber Coburgs ist die Versicherungsgruppe HUK-Coburg. Die ungefähr 4800 vor Ort beschäftigten Angestellten der seit 1950 in der Stadt ansässigen Versicherung sind auf einen Verwaltungskomplex in der Innenstadt am Bahnhof sowie einen zweiten größeren auf der Bertelsdorfer Höhe an der Anschlussstelle Coburg der A 73 verteilt.

Daneben ist das produzierende Gewerbe mit den im folgenden genannten größten Unternehmen wichtigstes Standbein der Wirtschaft in Coburg. Das Familienunternehmen Brose produziert seit 1919 in der Stadt. Es ist ein bedeutender Zulieferer der Automobilindustrie und hat vor Ort zirka 2500 Mitarbeiter, welche in zwei Werken arbeiten, die im Süden der Stadt liegen. Die KAESER Kompressoren GmbH, 1919 von Carl Kaeser in Coburg gegründet, gehört zu den führenden Anbietern von Kompressoren und Produkten der Drucklufttechnik. Von den insgesamt 3000 Beschäftigten arbeiten ungefähr 1600 im Stadtteil Neuses.

Stark vertreten ist in Coburg der Werkzeugmaschinenbau mit den Firmen Waldrich Coburg, Kapp und Lasco. Im Großwerkzeugmaschinenbau ist Waldrich Coburg Hersteller von Präzisionsbearbeitungszentren und -maschinen, hat über 620 Mitarbeiter und wurde 1920 von Adolf Waldrich gegründet. Dessen Schwiegersohn Bernhard Kapp legte 1953 den Grundstein für seine eigene Firma, die heute in Coburg mit ungefähr 500 Beschäftigten Schleifmaschinen zur Weich- und Hartfeinbearbeitung von Verzahnungen und Profilen produziert. Lasco wurde schon 1863 als Eisengießerei und Maschinenfabrik Langenstein & Schemann, Ernsthütte Coburg gegründet und fertigt mit 300 Mitarbeitern Fertigungsanlagen für Umformaufgaben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist mit den Firmen Gaudlitz, Hermann Koch und Ros die kunststoffverarbeitende Industrie. Gaudlitz wurde 1937 gegründet und produziert heute mit zirka 400 Beschäftigten hochpräzise Formteile aus duro- und thermoplastischen Rohstoffen. Das Unternehmen Hermann Koch gibt es seit 1914 in Coburg. Mit 280 Mitarbeitern werden Kunststoffverpackungen entwickelt und hergestellt. Die Firma Ros, 1926 gegründet, ist heute mit rund 150 Beschäftigten in Coburg im Formenbau und Spritzguss tätig und hat sich auf komplexe Bauteile für die Automobil- und Elektroindustrie spezialisiert.

Auch das seltene Handwerk der Gebildsticker ist in Coburg seit über 150 Jahren vertreten. Die Firma Fahnen Koch GmbH Coburg, die 1857 von Christian Heinrich Arnold gegründet wurde, zählt zu den ältesten Fahnenfabriken in Europa. Das Familienunternehmen fertigt heute noch „handgestickte“ Vereinsfahnen in Coburg. Das Unternehmen umspannt mit seinen zirka 30 Mitarbeitern den gesamten Bereich der Textilveredlung in gestickter oder gedruckter Form.

In öffentlicher Hand sind unter anderem das Klinikum Coburg, welches auf das 1862 gegründete Landkrankenhaus Coburg zurückgeht, das 1903 an seinen heutigen Standort im Stadtteil Ketschendorf verlegt wurde. Es ist heute Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg und ein Haus der Schwerpunktversorgung (Versorgungsstufe III) und hat 522 Betten bei ungefähr 1000 Mitarbeitern. Die Sparkasse Coburg - Lichtenfels mit etwa 750 Mitarbeitern hat in Coburg ihre Wurzeln in der 1822 eröffneten Stadtsparkasse. Alleiniges Eigentum der Stadt sind die Städtischen Werke Überlandwerke Coburg mit etwa 350 Mitarbeitern, die unter anderem aus dem 1854 eröffneten Gaswerk hervorgegangen sind.


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Info

Wappen
  • Bundesland: Bayern
  • Regierungsbezirk: Oberfranken
  • Landkreis: Kreisfreie Stadt
  • Stadtgliederung: 12 Stadtteile
  • Höhe: 292 m ü. NN
  • Fläche: 48,3 km²
  • Breitengrad: 50° 16′ N
  • Längengrad: 10° 58′ O
  • Postleitzahl: 96450
  • Kfz-Kennzeichen: CO
  • Einwohner: ca. 41 283
  • Bevölkerungsdichte: 855 Einwohner je km²
  • Gemeindeschlüssel: 09 4 63 000
  • Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
    96450 Coburg
  • Website: www.stadt.coburg.de